CPLT-2026-Konferenz in Bochum
Vom 2. bis 6. August 2026 habe ich an der CPLT-2026-Konferenz in Bochum (Deutschland) teilgenommen, wo ich in einem 15-minütigen Vortrag meine Arbeiten zur Neuinterpretation kinetischer Messungen in gleichförmigen Überschallströmungen vorgestellt habe.
Vortragstitel: A Critical Reappraisal of Low-Temperature Kinetics in Uniform Supersonic Flows.
Dort zeige ich, dass Geschwindigkeitskoeffizienten bimolekularer Reaktionen bei tiefen Temperaturen überschätzt wurden: Bei der Zugabe der Reaktanden geht die Vermischung der Gase mit einem Dichteabfall der Strömung einher, der fälschlich als chemischer Zerfall interpretiert wird. Ich sage voraus, dass für diese Systeme die produktseitigen Messungen (die leider nur schwer zustande kommen) niemals wieder so hohe Werte liefern werden. Nach den beträchtlichen Summen, die in neue Massenspektrometer für Laval-Düsen-Expansionen investiert wurden, ist es an der Zeit, dass die Fachgemeinschaft die methodischen Konsequenzen zieht.
Im Rahmen des Konferenzausflugs besuchten wir das Deutsches Bergbau-Museum Bochum. Eine schöne Erinnerung daran, dass Wissenschaft wie der Bergbau in den Eingeweiden, in der Tiefe entsteht. Meine Wissenschaftspraxis vermittelt mir nicht den Eindruck, ein Gebäude zu errichten, sondern zu graben: hinabsteigen zu den Fundamenten, kratzen, im Dunkeln suchen, die Hände im Schlamm. An sein Projekt gekettet, die Risse absuchend, die leuchtenden Öffnungen in einem engen Raum. Eine Hommage an den Mut dieser Bergleute, deren Bedingungen weit härter waren.